Google und die Zukunft
02. September 2010Heute Mittag war ich bei Google zum Lunch eingeladen. Dies an sich ist noch nicht bemerkenswert, abgesehen davon, dass die Google eigene Kantine bequemst auch für ein nettes Freitagabend Dinner zu gebrauchen wäre – nur den Rotwein konnte ich nirgends entdecken.
Beeindruckt haben mich drei Dinge:
1. Ein aufgeregter älterer Herr, der sich bei der geduldigen Dame am Empfang vergewissern wollte, dass durch die Fahrzeuge von Google (StreetView) sein Haus nicht zusätzlich VERMESSEN wurde. Trotz aller Bemühungen konnten ihm nicht alle Zweifel genommen werden – und ich frage mich, was das Probleme WÄRE, selbst wenn auf den Autos zusätzlich LASERSTRAHLEN zur Vermessung eingesetzt WÜRDEN.
2. Die im Empfangsbereich an eine Wand projezierten (und gefilterten, wie ich erfuhr) realen Suchanfragen – Live. Da kann man stundenlang zusehen…
3. Das Wissen um die Zukunft des Internets. Allein durch die sich verändernden Suchanfragen erkennt Google schon Trends, bevor sie welche sind. So mag es vielleicht dahingehen, dass bei einer Suche nicht mehr Links auf irgendwelche Seiten erscheinen, sondern direkt das gesuchte Produkt mit Preisen und Erwerbsmöglichkeiten. Es ist vorstellbar, das bei einer Suche eines Fluges von NewYork nach Hamburg direkt entsprechende Flüge vergleichbar und buchbar gezeigt werden, und dies auch auf mobilen Geräten. Was wird das für Konsequenzen auf unser Leben haben? Wieviel Zeit verbringen wir jetzt mit Recherchen, und wie viel davon ist eigentlich Zeitverschwendung?
In der Tat ist es ja spätestens seit dem suchmaschienenoptimierten Wikipedia so, das offene Fragen durch das Internet in der Regel innerhalb kürzester Zeit meist fundiert beantwortet werden können. Bislang muss man sich dafür aber noch an eine Tastatur bemühen. Schon vor einem Jahr sah ich eine App (Heißt das bei Android auch so?) im Google Phone, mit der man ein Foto von einem Logo oder einem Etikett aufnehmen konnte – und schon Sekunden später gab es reichlich brauchbare Informationen dazu. Wenn man das mal weiterspinnt (Gebäude, Pflanzen, Gesichter, …), dann wird es sicherlich interessant. Vermeidbar ist es ohnehin nicht.
Für uns natürlich brennend interssant sind die Unmengen von Daten, die anfallen. Der Wettbewerb im ECommerce wird nicht weinger, Livestatistiken der Website (Stichwort Website Usebility) ermöglichen, schnell auf Veränderungen im Kaufverhalten zu reagieren.
Ich bin gespannt auf die Entwicklungen – und habe keine Angst vor Google StreetView…
Herzlichst, Torsten Katthöfer

