Archiv für Mai 2011

Titanic-Effekt

Donnerstag, 19. Mai 2011

Vor einigen Tagen ist unsere für diese Saison frisch ins Wasser gebrachte uralte Holz-H-Jolle im Wedeler Yachthafen gesunken. Obwohl – für Holzboote in den ersten Tagen bis Wochen üblich – ein wenig Wasser ins Boot eindrang, kam der Untergang für mich sehr überrraschend, denn zum einen war die Menge des eindringenden Wassers sehr überschaubar, und zum anderen stand direkt neben dem “Leck” eine Tauchpumpe mit Schwimmschalter, welche mit 7000 Litern pro Stunde das Boot hätte leerpumpen können.

Nun ist mir im Nachhinein klargeworden (das Boot ist mittlerweile wieder auf dem Wasser), was passiert ist: Der Boden der Jolle hat Abteile (nach oben offene Schots – wie bei der Titanic). In einem der Abteile, in dem auch die Tauchpumpe steht, dringt Wasser ein. Der Wasserstand in dem Abteil reicht noch nicht, um den Schwimmschalter der Pumpe zu betätigen. Was passiert? Das Wasser läuft von einem Abteil ins nächste. Das wäre erstmal kein Problem, denn irgendwann würde ja die Tauchpumpe anspringen und das Wasserniveau auf einen mittleren Wert halten.

Die zwei Faktoren, die ich nicht bedacht hatte, sind zum einen die unterschiedlichen Auftriebskräfte vorne und hinten (Das Boot ist hinten deutlich breiter als vorne) und zum anderen die generelle Gewichtsverteilung im Boot (Das Boot ist durch den Mast vorne deutlich schwerer als hinten.

Was also passiert? Der Wasserstand in dem Abteil mit dem Leck steigt, irgendwann läuft das Wasser in die anderen Abteile weiter vorne und weiter hinten. Da  das Boot aber vorne weniger Auftriebskraft hat als hinten, kippt das Boot (erst einmal mininal) nach vorne. Das wiederum führt dazu, dass nachlaufendes Wasser tendenziell immer mehr nach vorne läuft, was das Boot noch mehr kippt. Der Wasserstand in dem Abteil, wo die Tauchpumpe steht (ziemlich in der Mitte), bleibt dabei niedrig, da das Wasser ja nach vorne abläuft.

Und so kippt das Boot immer weiter nach vorne weg und läuft dann schließlich über das Deck von vorne voll Wasser, wobei die Tauchpumpe dann letztendlich gewissenhaft versucht, die Elbe in die Elbe zu pumpen.

Jetzt fragen Sie sich, warum ich diese traurige Geschichte hier erzähle? Diese Geschichte macht deutlich, wie entscheidend selbst kleine Informationen sind – in diesem Fall ist es das Verhältnis der Auftriebskräfte vorne zu hinten. Das Nichtwissen bezüglich dieser Kennzahl fungiert hier als entscheidender Hebel, der letztendlich zum Untergang geführt hat.

In der realen Welt gibt es ebensolche Hebel auch, zum Beispiel unter exakt diesem Namen im Optionsscheinhandel. Um solche real existierende Hebel erkennen zu können, ist eine konsequente Beobachtung der Ereignisse notwendig – was auf Unternehmensicht bezogen nur über eine strategische Business Intelligence Lösung funktionieren kann.

Sollten Sie Fragen zum Thema BI oder Anregungen hinsichtlich leckender Schwertkästen auf Holz-H-Jollen haben, sprechen Sie mich gerne an.

Herzlichst, Torsten Katthöfer


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